Symptome und Risiken bei der Anämie durch Eisenmangel

Die Eisenmangelanämie beschreibt eine durch Eisenmangel im Körper verursachte Blutarmut (Anämie), bei der die Bildung von Hämoglobin behindert wird. Diese Anämie zählt zu den am häufigsten auftretenden Mangelerkrankungen  weltweit. Für die Blutbildung brauchen die blutbildenden Systeme Eisen. Im Durchschnitt beinhaltet das Blut drei bis vier Gramm des essenziellen Spurenelementes. Ein Teil befindet sich im roten Blutfarbstoff, ein weiterer verbindet sich mit dem Transporteiweiß.

Eisenmangel erkennen und entgegenwirken

Blutarmut Eisenmangelanämie

 

= Ursachen für eine Eisenmangelanämie =

 

Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) ist ein Molekül, das den Sauerstoff bindet und diesen zu den Körperzellen bringt. In der Mitte von Hämoglobin befindet sich Eisen, ohne dies das Molekül den Sauerstofftransport nicht bewältigen kann. Der menschliche Körper verwertet aus den Blutzellen abgebautes Eisen erneut. Aus diesem Grund benötigt er wenig vom Spurenelement Eisen.. Das im Körper enthaltene Eisen geht in kleinen Mengen verloren. Der Verlust entsteht beispielsweise durch:

  • die Monatsblutung bei Frauen,
  • Blutungen aus Nase, dem Magen-Darm-Trakt und anderen Organen,
  • Operationen oder
  • Blutspenden.

Ein weiterer Eisenmangel lässt sich durch die Ernährung erklären. Der Mensch nimmt üblicherweise Eisen mit seiner Nahrung auf. Fleisch gehört zu den Lebensmitteln, die eine der wichtigsten Eisenquellen sind. Ausschließlich pflanzliche Kost, wie sie Vegetarier und Veganer bevorzugen, bietet sich als Eisenlieferant nicht an.

Seltener ist eine Störung im Darmtrakt ursächlich für eine Eisenmangelanämie. Bei dieser Form nimmt der Darm das Spurenelement nicht auf, sondern scheidet es wieder aus. Auch chronische Darmerkrankungen kommen als Ursache für diese Art der Anämie infrage. Meist sind es Krankheiten, die zur Eisenmangelanämie führen. Auch die regelmäßige Dialyse kann diesen Mangel verursachen. Weitere Ursachen für einen Eisenmangel sind Schwangerschaft und Stillzeit. Während dieser Perioden haben die Frauen einen erhöhten Bedarf an Eisen. Ein gesteigerter Bedarf besteht ebenfalls in der Wachstumsphase der Menschen und bei Leistungssportlern.

 

= Symptome der Eisenmangelanämie =

 

Die Symptome der Anfangsstadium der Eisenmangelanämie:

  • Abfall der Leistungen,
  • Müdigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • körperliche Schwäche,
  • Abgeschlagenheit.

Im Allgemeinen beschreiben die Symptome eine körperliche Schwäche, die sich hauptsächlich bei Belastungen zeigt.

 

Die Symptome bei fortgeschrittenden Krankheitsbild:

  • Herz und Gehirnfunktionen sind eingeschränkt
  • Konzentrationsstörungen ,
  • Gleichgewichtsstörungen und Schwindel bis zur Ohnmacht,

 

Körperliche Symptome:

  • Beeinträchtigung der Nägel, diese werden brüchig ( Hohlnägel, Rillennägel)
  • blasse Haut und Schleimhäute
  • trockene juckende Hautstellen
  • Risse in den Mundwinkeln

 

= Diagnose =

 

Wie stellt der Arzt Eisenmangel fest?

In der Regel nimmt der Mediziner dem Patienten Blut ab und lässt es analysieren. Die für eine Eisenmangelanämie typischen Befunde sind:

  • verminderte Anzahl der Erythrozyten,
  • niedriger Hämoglobinspiegel und
  • niedriger Volumenanteil der zellulären Blutelemente (Hämatokriten).

Das Blutbild beschreibt die typischen Merkmale einer Eisenmangelanämie. Diese zeigen sich in verminderter Anzahl des mittleren korpuskulären Volumens (MCV) und des mittleren korpuskulären Hämoglobingehalts (MCH). Für eine Diagnose reichen dem Mediziner diese Angaben aus. Mit weiteren Untersuchungen klärt der Arzt die Ursache für die Eisenmangelanämie. Die Regelblutung bei Frauen führt zu Verlusten von Eisen. Eine regelmäßige gynäkologische Untersuchung hilft, einer Eisenmangelanämie vorzubeugen.

 

=  Behandlung =

 

Zuerst ist bei einer Eisenmangelanämie die Ursache zu beseitigen. Dies kann eine bisher nicht entdeckte Blutung sein oder eine Darmerkrankung, welche die ungestörte Aufnahme von Eisen verhindert. Ein leichter Eisenmangel lässt sich mit ausgewogener Ernährung und Eisenpräparaten beheben. Lediglich in schweren Fällen der Blutarmut ist eine Bluttransfusion notwendig.

In der Regel verordnet der Mediziner Eisen in Form von Kapseln oder Tabletten. Diese Arzneimittel verursachen eine dunkle Färbung des Stuhlgangs, was die Patienten oft verunsichert.Der Nachteil der Präparate zeigt sich in den Nebenwirkungen, die bei einigen Patienten Übelkeit, Bauchschmerzen und Stuhlprobleme hervorrufen. Um das Eisendepot im Körper aufzufüllen, ist eine regelmäßige Einnahme der Medikamente im Zeitraum von drei Monaten nötig.

Die Einnahme der Medikamente mit den Mahlzeiten macht diese verträglicher. Mahlzeiten, Kaffee, Tee, Cola und Milch hemmen die Wirksamkeit der Medikamente und damit die Verwertung des Spurenelements. Liegt eine Darmerkrankung vor, welche die Aufnahme von Eisen blockiert, spritzt der Arzt eine Eisenlösung in die Vene des Patienten.

 

= Eisenüberladung durch Transfusionen =

Bei fortgeschrittener Eisenmangelanämie und den zur Therapie angeordneten Bluttransfusionen kann es zu einer Eisenüberladung im Körper kommen. Besonder bei Patienten die regelmäßige Bluttransfusionen bekommen wird dadurch euch eine hohe Menge an Eisen zugeführt.  Bereits 20 Bluttransfusionen können zu einem gefährdenden Eisenvorkommen führen. Beim absterben der Blutzellen setzen diese das vorhandene Eisen frei, wenn die Speicherkapazität des Körpers erreicht ist kann es zu gesundheitlichen Folgen, z.B. Organschäden, durch das hohe Vorkommen an Eisen kommen.

Anzeige:Eisenmangel erkennen und entgegenwirken

Die Eisenüberladung kann durch sogenannte Eisenchelatoren entgegengewirkt werden, Eisenchelatoren binden das Eisen im Körper und führen es ab.

 

veröffentlicht 12.03.2013

Autoren: Anna Nilsson und M.Foerster, 2013

weiterführende Fachinformationen:
https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/20fortbildung/20praxis/90allgemeinmedizin/1118.pdf
http://www.aerzteblatt.de/archiv/65437/Therapie-der-sekundaeren-Haemochromatose

Literatur:

Herold: Innere Medizin. Köln 2007, S. 24.
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, De Gruyter Verlag, 261. Auflage, 2007

Bildlizenz © mystock – Fotolia.com