Wie erfolgt eine Eisenmangel-Behandlung?

Eine Eisenmangel-Behandlung erfolgt je nach Schweregrad über die Nahrung, oral oder intravenös.  Ist dieser noch nicht stark ausgeprägt, ist die Chance höher, dass der Patient mit einer leichten Therapie Erfolge erzielt.

Eisenmangel erkennen und entgegenwirken

Wasserglas

Welche Faktoren spielen bei der Eisenmangel-Behandlung eine Rolle?

Ein Faktor ist die Verträglichkeit von vorangegangenen Therapieversuchen. Einige Patienten vertragen eine medikamentöse Therapie schlechter als eine Infusion und umgekehrt. Hat der Arzt alle relevanten Faktoren geklärt, stimmt er diese auf die Eisenmangel-Behandlung ab.

 

Eisenmangel-Behandlung durch Ernährungsumstellung

Der natürlichste Weg ist eine Zufuhr an Eisen durch die Nahrung. Bei erwachsenen Männern und Frauen liegt der tägliche Bedarf an Eisen bei 10–20 Milligramm. Jedoch resorbiert der Körper nur zehn Prozent des Eisens, das der Mensch mit der Nahrung aufnimmt.

Bei einer Eisenmangel-Behandlung mithilfe der Nahrung ist es wichtig, die Qualität der Eisenquelle zu kennen. Der Körper resorbiert tierisches Eiweiß aus Fleisch besser als pflanzliches Eiweiß.Wer auf tierische Produkte verzichtet, achtet darauf,Nahrungsmittel mit einem erhöhten Eisenwert zu verzehren. Dazu gehören weiße Bohnen, Hirse oder Petersilie.Eine Einnahme von Vitamin C zur Eisenquelle verbessert die Resorption des Spurenelements. Viel Vitamin C findet sich in Orangen, Paprika und grünem Gemüse.

Alternativ oder ergänzend bewährten sich bei einer Eisenmangel-Behandlung verschiedene Teesorten wie Eisenkraut-Tee, Brennnessel-Tee und Rotbusch-Tee.Genannte Therapien eignen sich für Patienten mit einem leichten Eisenmangel. Diese Methoden gleichen in der Regel auch den in der Schwangerschaft und Stillzeit aufgetretenen Eisenmangel aus.

 

Behandlung des Eisenmangels mit oral einzunehmenden Medikamenten

Bei einem fortgeschrittenen Stadium des Eisenmangels erfolgt die Substitution von Eisen durch Medikamente. Dies sind Tabletten oder Eisensalze, die der Patient oral einnimmt. Der Arzt berechnet die genaue Dosierung anhand der körperlichen Verfassung und der Lebensweise des Patienten. Der Schweregrad des Mangels und vorherige Therapien sind dabei bedeutend. Schweizer Ärzte empfehlen, mit einer Tagesdosis von 80–100 Milligramm Eisen zu beginnen und ab der zweiten Woche auf 200 Milligramm zu steigern. Zweiwertiges Eisen nimmt der Patient eine Stunde vor der Mahlzeit ein, dreiwertiges während der Mahlzeit. Die Therapiedauer liegt zwischen drei und sechs Monaten. Schon nach vier Wochen stellt sich eine Verbesserung des Hämoglobin-Werts ein.

 

Die intravenöse Applikation von Eisenpräparaten – Indikation und Dosis

Die Eisenmangel-Behandlung:

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erfolgt als intravenöse Behandlung bei:

  • einer Unverträglichkeit oral verabreichter Medikamente,
  • chronischen Erkrankungen an Magen und Darm,
  • Eisenmangel-Anämie, insbesondere als Auswirkung einer Chemotherapie,
  • einer Anämie infolge schwerer Herzinsuffizienz,
  • Eisenverlust, der die Möglichkeit einer oralen Substitution übersteigt,
  • schweren peripartalenBlutungen,
  • starken postoperativen Blutungen

und anderen Ursachen, die zu einer schwerwiegenden Eisenmangel-Unterversorgung führen.

 

Neue Eisenpräparate zur intravenösen Applikation vertragen die Patienten in der Regel gut. Hier trat eine Verbesserung gegenüber älteren Präparaten auf, die hochmolekulares Eisendextran enthielten. Dieser Inhaltsstoff verursachte schwere Nebenwirkungen. Erschöpfte Eisenspeicher bedürfen einer zu verabreichenden Dosis von 1.000 Milligramm.Liegen die Ferritinwerte niedriger als 30 µg/l entspricht die insgesamt zu verabreichende Einzeldosis 700 Milligramm. Eisencarboxylmaltose ist eine neue Option der intravenösen Eisentherapie. Ihr Vorteil zeigt sich in ihrer Patientenfreundlichkeit und Handhabung. 1.000 Milligramm Eisen appliziert der Arzt damit in nur 15 Minuten.

Ist ein Medikament Ursache des Eisenmangels, passt der Arzt die Dosis des Medikamentsan oder tauscht dieses aus.

Nach wenigen Wochen der Eisenmangel-Behandlung stellen sich beim Patienten Normalwerte ein. In einigen Fällen erfolgt eine regelmäßige Substitution des Eisens. Hierbei sind erneute Untersuchungen des Blutes unerlässlich. Teilweise kombiniert der Mediziner die Behandlungen zur Erhöhung des Eisenwerts miteinander und stimmt sie aufeinander ab. Eine Kombination von intravenösem Eisen und jenem in Tablettenform ist nur in seltenen Fällen sinnvoll. Der Patient ändert die Behandlungnicht ohne Rücksprache mit dem Arzt.

Bleibt der Eisenmangel über längere Zeit unbehandelt, kommt es im Endstadium zu schweren Störungen im Verhaltennd zu Psychosen.

 

Welche Nebenwirkungen treten bei einer Behandlung auf?

Gelegentlich führt eine medikamentöse Eisenmangel-Behandlung zu Übelkeit oder Verstopfung. Bestehen diese Beschwerden über einen längeren Zeitraum, hält der Patient Rücksprache mit seinem Arzt. Gegebenenfalls ändert dieser die Dosierung oder schlägt eine alternative Behandlung vor.

Die Therapie mithilfe einer Infusion brachte früher starke Nebenwirkungen mit sich. Zu diesen gehörten schwere allergische Reaktionen und Kreislaufbeschwerden. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Erfolgt die Behandlung zu schnell, kommt es gelegentlich zu Schwindel oder Blutdruckabfall. Daraufhin reduziert der Arzt oder dessen Helfer die Geschwindigkeit der Infusion.

Eisenmangel ist gut behandelbar. Unter normalen Umständen hilft es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Bei schwereren Fällen eines Mangels erfolgt eine Substitution durch Medikamente oder eine Infusion.

 

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

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weitere Informationen:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Eiseninfusionen