Wenn ein Eisenmangel Schwindel hervorruft?

Symptome für einen Eisenmangel sind Schwindel, Kopfschmerzen und ein stetiges Gefühl der Müdigkeit. An der Mangel-Erscheinung leiden knapp 600 Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Dabei nimmt das Schwindelgefühl aufgrund der Eisenmangel-Anämie eine gesonderte Rolle bei den Anzeichen ein. Leiden die Patienten unter einem Schwindel wegen Eisenmangel, besteht das schwummrige Unwohlsein tagtäglich. In vielen Fällen erkennen die Leidenden die Krankheit nicht, da deren Symptome sich scheinbar unabhängig voneinander zeigen.

Eisenmangel

Schwindelgefühl wegen Eisenmangel? | © triocean – Fotolia.com

Der Schwindel entsteht aufgrund der Eisen-Anämie

Bei einem Eisenmangel greift der Organismus der Betroffenen auf die körpereigenen Eisenreserven zurück. Sobald die Vorräte nicht mehr existieren, nutzt der Körper das Eisen aus den roten Blutzellen, den Erythrozyten. In ihnen befindet sich hauptsächlich zweiwertiges Eisen. Verwendet der Organismus dieses, kommt es zu einer Störung der Hämoglobin-Produktion im Körper. Als Hämoglobin bezeichnen Mediziner den roten Blutfarbstoff.

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Das Eisen aus den roten Blutzellen sorgt für die rote Farbe des Blutes. Schließlich handelt es sich bei dem Hämoglobin um ein Eisenmolekül mit einem komplexen Aufbau. Das zentrale zweiwertige Eisen-Atom darin zeigt sich für den Transport von Sauerstoff verantwortlich. Dieser gelangt mithilfe der roten Blutzellen von der Lunge in die anderen Zellen des Gewebes. Fehlt das Eisen aufgrund eines Eisenmangels in dem roten Blutfarbstoff, transportieren die Zellen weniger Sauerstoff durch den Organismus. Eine Unterversorgung entsteht. Aufgrund dieser Anämie und dem daraus resultierenden Sauerstoff-Mangel im Blut kommt es bei den Betroffenen zu mitunter starken Schwindelgefühlen.

Der Schwindel durch Eisenmangel resultiert zudem aus der nachlassenden Funktion einzelner Organe. Kommt es zu einer Verringerung des Transports von Sauerstoff innerhalb des Körpers, leiden auch die Zellen und Organe unter dieser Anämie. Beispielsweise arbeitet das Hirn durch den Sauerstoffmangel im Blut weniger leistungsfähig. Die an dem Eisenmangel leidenden Patienten verspüren eine ständige Mattigkeit und ein Gefühl der Abgeschlagenheit.

Der Schwindel resultiert aus einem niedrigen Energielevel

In dem Hämoglobin befinden sich 70 Prozent des im Organismus existierenden Eisens. Bei einem Eisenmangel greift der Körper somit zuerst auf diese Vorräte zurück. Danach nutzt er das Eisen aus dem Myoglobin. Dabei handelt es sich um ein Muskel-Eiweiß, das für die Speicherung des Sauerstoffs sorgt. In dem Myoglobin bilden die Eisenreserven zehn bis zwölf Prozent. Fehlt das Eisen in diesen Zellen, gelangt noch weniger Sauerstoff durch das Blut zu den anderen Organen. Das Schwindelgefühl verstärkt sich, da das Energielevel des Körpers sinkt.

Löst der Eisenmangel Schwindel aus, reagiert der Organismus mit einem stärkeren Verbrauch des Eisens. Damit versucht der Körper, die Anämie auszugleichen, wodurch es zu einem Teufelskreis kommt. Die Konzentration des Eisens im Blut verringert sich, die Symptome der Anämie treten verstärkt zutage. Schließlich greift der Organismus auf die letzten zehn bis 15 Prozent des körpereigenen Eisens zurück. Diese befinden sich in dem Ferritin. Dieses zeigt sich als ein besonderes Eisen-Speicher-Eiweiß.

Schwindel entsteht bereits bei leichtem Eisenmangel

Den Schwindel durch Eisenmangel verspüren die Patienten bereits, wenn nur wenig Eisen im Körper fehlt. Viele Betroffene klagen in diesem Fall über einen plötzlich einsetzenden Drehschwindel. Bei einem Mangel an Eisen im Blut verstärkt sich das Schwankgefühl, je weniger Eisen sich in dem Organismus befindet. Bei einem chronischen Eisenmangel klingt das Schwindelgefühl nicht mehr ab.

Ein gesunder Erwachsener verfügt über 3,5 bis fünf Gramm Eisen in seinem Organismus. Neben der Blutbildung benötigt der Körper das Eisen für weitere 180 seiner Funktionen. Dazu gehört:

  • das Bilden von Hormonen in den Drüsen,
  • das Bilden von Energie in den Zellen,
  • der Muskelaufbau
  • sowie wichtige Prozesse im Gehirn.

Funktioniert im Körper einer dieser Prozesse nicht, entsteht ein Ungleichgewicht. Dieser Umstand führt im gleichen Fall zu einem schwindeligen Gefühl bei den betroffenen Patienten. Der Schwindel wegen Eisenmangel betrifft in den meisten Fällen Frauen. Dies liegt daran, dass diese bereits aufgrund der Regelblutung mehr Eisen verlieren. Die Zuführung neuer Eisenvorräte reicht bei den Patientinnen nicht aus, um den Bedarf des Körpers zu decken. Frauen verlieren pro Tag zwei Milligramm Eisen. Bei Männern liegt die Konzentration des verbrauchten Eisens bei einem Milligramm.

Die Zusammenfassung des Schwindels aufgrund von Eisenmangel

Kommt es durch den Eisenmangel zu einem Schwindel, resultiert dieses Gefühls aus der niedrigen Eisen-Konzentration in dem Hämoglobin. Fehlt hier das Eisen, kommt es zu einer Störung des Sauerstoff-Transports durch das Blut. Die darauf folgende Unterversorgung löst das schwindelige Gefühl bei den Betroffenen aus. Des Weiteren sinkt das Energielevel im Körper durch die entstehende Eisenmangel-Anämie, sodass auch hier Gründe für den Schwindel liegen.

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